„Um einem anderen Menschen Hilfe zu gewähren, muss man nicht stark oder reich sein, es genügt gutherzig zu sein…“ Simeon Afonskij

Jedes Haus kann plötzlich in eine Notlage geraten. Weder Überschwemmung noch Brand oder Krieg unterscheiden zwischen guten und schlechten Menschen oder zwischen Reichen und Armen. Das Unglück kann einfach und unerwartet jeden treffen und niemand ist davor geschützt. Dabei sind alle Menschen in der Notlage auf jegliche Art von Hilfe und Unterstützung von anderen angewiesen!

Heute will ich meinen Artikel einer gutmütigen und warmherzigen Gruppe von Leuten widmen, die selbstlos und uneigennützig den Menschen dort helfen, wo die Hoffnung auf Hilfe schon fast aufgegeben wurde…

„Asorix “ – heißt die gemeinnützige Organisation, eine Mannschaft von gleichgesinnten Menschen, die in einer schwierigen Minute nicht stillschweigend wegschauen sondern gemeinsam Hilfe und Unterstützung leisten! Diese Gruppe sammelt diverse Pakete mit Kleidung, Schuhen, Lebensmitteln, Verbandsmaterial u.v.m. zur Unterstützung der Bevölkerung in der Ukraine(Donbass) und schickt anschließend volle Lastwagen ab. Bei dieser Aktion vereinen sie alle Menschen, die nicht gleichgültig den Nöten gegenüber der Bewohner der Ukraine bleiben konnten. Diese gesamte Mannschaft steht außerhalb der Politik und leistet uneigennützige Hilfe für Krankenhäuser, Kinderheime, Senioren und weiteren benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Sie sind einfach da, wo man Hilfe am nötigsten hat.

„Asorix “ hat viel Arbeit investiert und sendete innerhalb sehr kurzen Zeit 7 Lastwagen ab. Wichtig wäre dabei zu beachten, dass 1 Lastwagen 40 Tonnen in sich deponieren kann. Bei diesem Ergebnis belässt es die Mannschaft aber nicht und es ist geplant in naher Zukunft noch mindestens ebenso viele Wagen abzusenden.

Mit meinem Artikel möchte ich dieser Mannschaft aus tiefstem Herzen danken, denn ich bin davon überzeugt: es bedarf eines starken Herzenswunsches und reiner Seele um den fremden Schmerz so innig wahrzunehmen, denn sonst ist es unmöglich, solche Arbeit zu bewältigen, die Sie auf sich nehmen! Kein Mensch könnte sich je erträumen, dass es in unserem Zeitalter notwendig sein würde, mehrere unserer Landsleute vor Hunger und vollständiger Mittellosigkeit retten zu müssen. Diese starke Mannschaft hilft den Menschen zu überleben und schenkt wieder ein Licht der Hoffnung und erweckt Freude in Kinderaugen. Schon die traurige und schreckliche Wortwahl – „Hunger leiden und um Überleben kämpfen“ lässt jeden Mensch innerlich zusammenzucken. Nur aus diesem Grund weiß die Hilfsmannschaft von Asorix ganz genau, wie sehr viele Menschen ihre Hilfe erwarten ohne Verwandte in den Kampfzonen zu haben.

Wer sind diese Menschen, die so selbstlos mehreren Leuten helfen und Hoffnung mit sich tragen? Sie prahlen nicht mit Ihren Taten und bleiben lieber im Schatten. Die einzige Dankbarkeit, die sie bekommen, sind strahlende Kinderaugen und wahrhaftige Freude von Hilfebedürftigen.

Alexander Steinle   

Ein Interview mit Alexander Steinle konnte leider aufgrund seiner ständigen Beschäftigung mit Lieferungen nicht zu Stande kommen, aber er hat uns sein Lebensmotto verraten. Es ist sehr einfach und positiv: „ Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass unsere Hilfe dort sehr nötig und willkommen ist, aber ich bin mir sicher, dass es für uns hier genauso nötig ist, damit unsere Herzen nicht verschlossen und hart werden.“

Paul Tajbert

Alexandra: Paul, könnten Sie erzählen, wie Sie zu „Asorix“ gekommen sind?

Zusammen mit meinen zwei Freunden Alexander Seine und Frank Leiste haben wir uns eines Tages zusammengesetzt und über die Berichte aus den Kampfgebieten in der Ukraine sowie den Menschen dort gesprochen. Wir sind zum Entschluss gekommen, dass wir nicht wegschauen können und reale Hilfe leisten möchten. Man darf nicht an fremdem Schmerz und Leid vorbeigehen, Tränen von Kinder, Müttern und von Senioren missachten.

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Kindertränen, die niemand sieht….
Alexandra: Was könnte man unter Herzensgüte verstehen?                                                        

Paul: Herzensgüte ist, meiner Meinung nach, Mitleid mit anderen Menschen, Gemeinnützigkeit, Hilfe und Unterstützung für Kranke und Notleidende, dass Gegenteil zu Gleichgültigkeit, Bosheit und Gewalt.

Heute ist es Donbass, wo viele Leute leiden und auf Unterstützung angewiesen sind. Dort wird geschossen und jeden Tag fallen Bomben. Was könnten Kinder dort sehen? Nur alte und kaputte Kellerwände. Es gibt auch Weisen, die ihre Eltern in diesem sinnlosen Krieg verloren haben. Und umgekehrt? Kann es was Schlimmeres für Eltern geben, als die eigenen Kinder zu beerdigen? Viele Kinder brauchen medizinische Untersuchungen, weil sie krank sind und lange Hungern. Jetzt beispielsweise ist die Nachfrage nach Lebensmittel, Mittel für Körperhygiene, windeln für Erwachsene und Kinder sehr groß.

Alexandra: Möchten Sie noch etwas in die „Аsorix“ einfügen oder dort ändern?                     

Paul: Sehr gerne möchten wir, dass die Regierung der Bundesrepublik uns hört und unterstützt. Wir benötigen Hilfe, wie das Deutsche Rote Kreuz. Außerdem wünsche ich mir mehr Wärme, Verständnis und Unterstützung von weiteren Menschen, wir sind sehr auf Hilfe angewiesen.

Alexandra: Haben Sie Schwierigkeiten?                                                                                         

 Paul: Ja, z.B. beim Transfer. Wir bestellen Lastwagen über mehrere Firmen und übernehmen entsprechend die Rechnungen. Die Finanzierung ist oft sehr schwierig.

Alexandra: Ist es wahr, dass „Аsorix“ eine Lieferung für Schüler zum 1.September, dem Schulbeginn, geschickt hat?                                                                                                   

Paul: Ja, wir haben ein Fahrzeug voll mit Schulsachen einschließlich Ranzen geladen gehabt.

Die nächste Lieferung möchten wir mit Krankenhausmaterialien und Rollwagen versenden. Uns hat eine Frau angesprochen, die alleine ihren liegenden Sohn erzieht und pflegt. Sie bat, um Unterstützung für den Erhalt eines Hochhebers. Diesen haben wir nun gefunden und entsprechen eingelagert. Viele Menschen kennen uns schon und wenden sich an uns mit Fragen um Mithilfe. Wir werden auf unserer Internetseite angeschrieben und per Mail angesprochen. Auch persönliche Kontakte haben sich in letzter Zeit verbreitet. Wie haben eine große Mappe mit Hilfsanfragen gesammelt und versuchen allen Menschen zu helfen, in erster Linie aber den Donbass Bewohnern.

Alexandra: Wie kommen Sie zu Recht?                                                                                               

Paul: Es läuft natürlich nicht so schnell und reibungslos wie wir es möchten aber was zählt ist das Ergebnis und unsere Ergebnisse sind zufriedenstellend.

Alexandra: Möchten Sie selber eine Lieferung zum Donbass begleiten?                                                                                           

Paul: Natürlich möchte ich es machen. Alle unsere Fahrzeuge haben Mitfahrende. Auf der Endhaltestelle haben wir treue Ansprechpersonen, die die Lieferungen in Empfang nehmen und verteilen.

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Anna Schramm – eine sehr junge Frau, die im August dieses Jahres die beladenen Lieferwagen bis zum Donbass begleitet hatte. Sie ist sehr zierlich und graziös und dennoch wagte sie die Fahrt in die Ungewissheit, in ein Kriegsgebiet.

Alexandra: Anna, könnten Sie bitte unseren Leser erzählen, welche Funktion Sie bei „Asorix“ einnehmen?  

Anna: Ich bin als Vertreter unserer Hilfsorganisation zu betrachten. Vor einiger Zeit kam ich selbst hilfesuchend rein und wurde sehr schnell zum aktiven Mitglied. Ich konnte sofort mein Vertrauen allen Mitgliedern schenken und echte Hilfeleistung von ganzem Herzen sehen.

Alexandra: Im August dieses Jahres begleiteten Sie die Lieferwagen bis nach Donbass. Welche Gefühle haben Sie aus dieser Reise zurückgebracht?

 Anna: Die gesamte Reise verlief sehr emotional und gefühlsreich, vor allem auch unvergesslich. Ich fuhr fast ganz alleine in ein für mich ganz fremdes Land und wusste gar nicht was mich dort erwarten würde. In meinen schlimmsten Träumen konnte ich mir nicht vorstellen wie gefährlich es ist. Zurückblickend kann ich aber voller Stolz sagen, dass ohne mein Beisein die gesamte Lieferung in Weißrussland hängengeblieben wäre. Gott sei Dank, dass alles gut funktioniert hat und unsere Fracht bis zum richtigen Punkt gekommen ist und ich mein persönlich gesetztes Ziel auch erreicht habe. Ich habe auch bei der Verpackung der Lieferung geholfen, war bei der Beladung aktiv dabei. Es ist zu meinem eigenen Ziel und Aufgabe geworden den Kindern zu helfen. Sehr wichtig war es auch zu wissen, dass unsere Organisation außerhalb der Politik arbeitet und rein humanitäre Ziele verfolgt.

Alexandra: Wie ist die Lage im Donbass zurzeit?

 Anna: Im Grunde genommen kann die Situation als ruhig bezeichnet werden. Die Wege werden gestrichen, dennoch sind die Kriegsspuren sichtbar. Am Tage sieht alles gut aus, nachts kann man die Bomben hören. Ich übernachtete in 70 Kilometer Entfernung zur Frontlinie und konnte durch das Fenster die Bombeneinschläge und Feuer sehen.

Alexandra: Anna würdest du nochmal diese Reise widerholen?  

Anna: Ich werde mich nicht abwenden, falls es nötig sein wird, aber ich müsste jetzt eigene Angelegenheiten auf die Reihe kriegen, beruflich und privat.

Alexandra: Was ist Ihre Haupttätigkeit?  

Anna: Ich arbeite in einem Schönheitssalon als Visagistin.

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Alexander Weiz 

Alexander hat ein Lager für Spendenannahme geöffnet und ist jetzt für die Aufnahme, Vorbereitung und Absendung der Lieferungen verantwortlich. Er bearbeitet auch die Zollunterlagen.

Alexandra: Alexander, haben sich viele Freiwillige zur Hilfe gemeldet?                                        

Alexander: Am Anfang unserer Hilfsaktion haben sich viele Freiwillige gemeldet und uns mit Sach- und Finanzspenden unterstützt. Auch sehr viele hier geborene Deutsche haben uns große Unterstützung zukommen lassen.

Alexandra: Wie funktioniert die Kommunikation mit den Lieferungen nach Donbass?                               

Alexander: Hauptsächlich über das Internet. In erster Linie unterstützen wir Kinderheime, Krankenhäuser, Seniorenwohnanlagen und Altersheime in Kriegsgebieten

Alexandra: Auf welche Schwierigkeiten stoßen Sie?                                                                

Alexander: Das Hauptproblem ist immer die Finanzierung. Jedes Mal benötigen wir Geld für diverse Ausgaben: Benzin, Vorbereitung der Zollunterlagen, Vorbereitung der Lastwagen, Verpflegung der Fahrer, da diese nicht nur einen Tag unterwegs sind.

Alexandra: Bald ist Silvester und die Kinder in der Ukraine warten natürlich, wie alle Kinder auf den Weihnachtsmann. Trotz allem bleiben sie ja Kinder und warten sehnsüchtig auf ein kleines Märchen und Geschenke. Können wir hier kleine Geschenke zu Ihrer Hilfsorganisation bringen und welche Sachen wären am besten?                                           

Alexander: Natürlich bleiben alle Kinder immer Kinder und ich habe noch nie in meinem Leben ein Kind gesehen, das sich nicht über ein Geschenk gefreut hat. Es wäre ganz toll, wenn wir etwas Gutes, Warmes und Buntes in das Leben jedes Kindes bringen könnten, um sie, wenigstens für einen Moment, die schwarzen Wolken nach den vielen Bomben vergessen zulassen. Wir haben jetzt schon Herbst und bald kommt der Winter. Die Menschen benötigen vor allem warme Sachen, aber auch Spielzeug ist sehr willkommen. Kurz gesagt, alle Menschen in Donbass und besonders die Kinder dort sind auf jegliche Art von Hilfe angewiesen.

Alexandra: Wen hätten Sie aus Ihrer Mannschaft besonders gelobt und geehrt?      

Alexander: Bei dieser Frage würde ich eine junge Frau besonders loben wollen: Anna. Sie ist, ohne jegliche Zweifel und Angst vor den Schwierigkeiten als Lieferungsbegleiterin in den Donbass gefahren und brachte es ans Ziel. Auch Paul Tajbert, Alexander Steinle und unsere unermüdlichen Helfer aus dem Norden Tatjana Stoller –Lange aus Hamburg, Valeria Bowt-Brauer aus Oyten, Alesja Hengemühle aus Westerstede, Tatjana Tschudinova aus Varel sowie natürlich auch der Vorsitzende von  “ Аsorix“ Frank Leiste sind unersetzlich. Ich kann gar nicht beschreiben, wie dankbar ich meiner Ehefrau Marina bin, für ihre moralische und tatkräftige Unterstützung.   Unsere gemeinsame Devise ist den Menschen in Not zu helfen.

 

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Präsident Frank Leiste Paul Tajbert Alexander Steinle

Alexandra: Was ist Ihre Haupttätigkeit?                                                                                

Alexander: Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren bei Airbus. Zu unseren Aufgaben gehört es die neuen Flugzeugtypen zu entwickeln.                                                                                   

Alexandra: An wen können sich die freiwilligen Helfer wenden und welche Spenden sind besonders notwendig?                                                                                                      

Alexander: Benötigt wird:                                                                                                                                      

 – Kindernahrung jeglicher Art

– Schulsachen

– Hygieneartikel

– Windeln für Kinder und Erwachsene

– Wasch- und Reinigungsmittel

– Jegliche medizinischen Hilfsmittel: zum Beispiel Gehstöcke und Krücken,       Rollstühle und Krankenbette, sowie vieles Weitere

 – Mullbinden und Tabletten

– Decken und Bettbezüge

– Spielzeug

– Kinderbekleidung und Kinderschuhe

– warme Sachen und Schuhe für erwachsene Personen

Es werden auch Freiwillige gebraucht um die Spenden zu sortieren und zu verpacken. Wir freuen uns über jegliche Art von Hilfe. Nur eine kleine Bitte: keine schnell verderbliche Lebensmittel spenden. Jeder kann zu uns kommen oder anrufen.

Für finanzielle Spenden:                                                                                                             

Kontoinhaber: Asorix e.V., IBAN: DE16 6046 2808 0673 1500 03, BIC: GENODES1AMT, Verwendungszweck: «Hilfe»                                                                Die gesamte Information zu Sammelpunkten in unterschiedlichen Städten finden Sie auf unserer Internetseite:  Weitere Sammelstellen sowie die Zentrale in Ludwigsburg unter www.asorix.com  Anschließend möchte ich mich herzlich bei allen Menschen bedanken, die andere in der Not nicht vergessen und uneigennützig helfen. An allen, die sich zu der Devise von „Asorix“ bekennen, vielen herzlichen Dank! Und ich bin mir wirklich sicher, dass es viele Menschen gibt, die so denken!

 

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