Ruslan Chagaev – Das Interview

Ein Beitrag von Alexandra Kostenko:

Ein Mann mit Format, ein Krieger, wenn man Ihn ansieht überkommt einen das Gefühl von Ruhe, Wärme und Sicherheit.

Kurz vor seinem siebten WM Titelkampf am 11.07.2015 habe ich Ruslan Chagaev getroffen:

Alexandra: Ruslan, haben Sie vor Ihrem bevorstehenden Kampf gegen Pianeta eine Einschätzung, wie es ausgeht? Und sind Sie sehr aufgeregt?

Ruslan: Ich bin genauso konzentriert, wie vor anderen Kämpfen auch. Es ist nicht so, dass ich vor diesem besonders aufgeregt bin. Mein Kampfgeist ist geweckt und alle Gedanken konzentrieren sich darauf, diesen Kampf gut zu meistern und zu gewinnen.

Alexandra: Hatten Sie Momente, in denen Sie das Vertrauen in sich und Ihr Fähigkeiten verlieren?

Ruslan: Natürlich hatte auch in solche Momente. Ich hatte das große Glück, in diesen Augenblicken von sehr lieben Menschen unterstützt worden zu sein. Außerdem habe ich den Glauben nie verloren.

Alexandra: Erinnern wir uns an Ihren letzten Titelkampf in Grozny. Dort hat Sie das Oberhaupt von Tschetschenien, Ramsan Achmatowitsch Kadyrow, sehr unterstützt. Er hat neben Ihnen im Ring gestanden und sehr emotional seine Gefühle zum Ausdruck gebracht. Genauso hat Magomed Daudov, der Chef von Kadyrows Verwaltungsorganen, eine wichtige Rolle gespielt in Ihrer Karriere. Irene Kostenko, die in dem Turnier in Grozny Punktrichterin war, hat mit strahlenden Augen über diese Stadt gesprochen. Es soll eine wunderschöne Stadt sein und die kaukasische Gastfreundschaft sehr herzlich, außerdem soll es die einzige Republik sein, in der keine Waisenhäuser, Altersheime oder Obdachlose existieren. Eine sehr dynamische Region. Was sagen Sie dazu?

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Ruslan: Das stimmt! Ich könnte mir ohne dies alles Grozny nicht mehr vorstellen. Ramsan Achmatowitsch Kadyrow ist ein Mann, der zu seinem Wort steht. Wie sagt man so schön: ein Mann, ein Wort. Er hat viel Zeit darauf verwendet, den Sport, vor allem bei der Jugend, zu fördern und mich persönlich sehr unterstützt. Wenn ich nach Grozny fahre, kann ich gar nicht glauben, welche Ruinen hier einmal vorzufinden waren. In einer sehr kurzen Zeit wurde alles wieder aufgebaut. Ich fahre dorthin nach Hause. Für mich ist das meine Heimat.

Alexandra: Haben Sie auch besondere Lieblingsgerichte?

Ruslan: Ich liebe usbekischen Pilaw und natürlich Schaschlik (lacht).

Alexandra: Was würden Sie nie im Leben machen?

Ruslan: Ich weiß es nicht. Schwer zu sagen, da ich darüber nie nachgedacht habe, aber ich finde es sehr wichtig, immer menschlich zu bleiben, egal in welcher Situation.

Alexandra: Sie haben in Ihrer Karriere viel erreicht. Hat Sie das verändert?

Ruslan: Ich selbst merke an mir keine Veränderung, aber über sich selbst ist das schwer zu beurteilen. Es ist leichter von außen betrachtet.

Alexandra: Ist es für Sie schwer etwas zu tun, mit dem Sie Geld verdienen?

Ruslan: Für mich bedeutet Boxen einfach alles. Es ist ein Sport, und es ist meine Arbeit. Selbst in meinen schwersten Momenten im Leben habe ich nie daran gedacht, das Boxen aufzugeben und etwas anderes zu tun.

Ruslan ich wünsche Ihnen viel Erfolg und werde mit unseren Lesern für Sie ganz fest die Daumen drücken!

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